Caffè Tommaseo

Das älteste in der Stadt.

Es gibt einen Ort in Triest, wo man die Bedeutung des Gewichts der Vergangenheit spürt, ohne sie sich in Erinnerung rufen zu müssen. Man spürt es einfach beim Eintreten. Das Caffè Tommaseo ist das älteste der Stadt. Seit 1830 bewohnt es das Zentrum mit Selbstverständlichkeit, wenige Schritte vom Meer und von der Piazza Unità d'Italia entfernt. Das Innere bewahrt nüchterne Linien, Details, die eine nie zur Schau gestellte Sprache des 19. Jahrhunderts sprechen. Spiegel reflektieren langsame Bewegungen. Die Theke ist ein fester Punkt. Das Licht filtert mit einer präzisen Ruhe durch die Glasscheiben. Triest zeigt sich hier in seiner gesammeltsten Form. Das Tommaseo war Treffpunkt für Literaten, Kaufleute, Männer des Meeres. Aber seine Geschichte lastet nicht auf den Schultern. Sie ist leicht. Sie setzt sich fort und erneuert sich täglich in der einfachen Geste derer, die zum Morgenkaffee eintreten. Oder zu einem Aperitivo auf der Terrasse, wenn sich der Meereshorizont zart rot färbt. Die Stadt bleibt im Hintergrund, aber immer präsent, zwischen ihren Habsburger Fassaden und dem Meereswind. Man spürt sie im gedämpften Gespräch, in den gefalteten Zeitungen, im Blickwechsel zwischen Stammgästen, die sich nur anlächeln.

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