MoleVanvitelliana

Geometrische Insel im Hafen

Vom Meer aus scheint sie zu schweben. Ein regelmäßiger Umriss, der über dem Hafenwasser hängt. Die Mole Vanvitelliana, im 18. Jahrhundert von Luigi Vanvitelli entworfen, wurde als Lazarett erbaut. Ein Ort der Kontrolle und des Wartens für Männer und Waren, die auf dem Seeweg ankamen. Eine sanitäre Schwelle, noch bevor sie eine architektonische war. Ihre Fünfeckform ist streng. Rational. Eine künstliche Insel, durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Im Inneren ein großer Innenhof. Ringsum Arkaden, die einen gleichmäßigen Rhythmus aus Bögen und Schatten zeichnen.

Im Laufe der Zeit hat sich seine Funktion gewandelt. Vom Seuchenposten zum Kulturraum. Heute beherbergt es Ausstellungen, Veranstaltungen, das Museo Omero.

Aber die Struktur bewahrt ihre strenge, fast klösterliche Identität. Unter den Arkaden zu schlendern bedeutet, Jahrhunderte Hafengeschichte zu durchqueren. Die dicken Mauern halten die Kühle. Das Licht fällt klar vom Hof. Der Meereshorizont erahnt sich jenseits der Wände. Ancona ist eine Stadt der Abschiede und Rückkehren. Die Mole ist ihr konkretes Symbol.